Karrikatur aus Offenbach von Helmut Kumm

ICH und DU

Das ist eine Interpretation von Buber’s Text in seinem Buch ‚ICH und DU‘.

Martin Buber (Religionswissenschaftler und Philosoph) sagt: „Das Kunstwerk kommt nicht aus der Seele des Künstlers. Das Werk selbst tritt an den Menschen heran und fordert ihn.“

Der Künstler tritt in eine Beziehung zum Werk. Er kann es nicht erfahren und nicht beschreiben; nur verwirklichen. Das Werk wirkt am Künstler, der Künstler am Werk.

Das geschaffene Werk löst sich vom Künstler. Es wird ein Ding unter Dingen, erfahrbar und beschreibbar. Und der Betrachter kann dem Werk lebendig gegenübertreten. Es wirkt auf ihn.

 

ZITATausschnitte:

„Das ist der ewige Ursprung der Kunst, dass einem Menschen Gestalt gegenübertritt und durch ihn Werk werden will. Keine Ausgeburt der Seele, sondern Erscheinung, die an sie tritt und von ihr die wirkende Kraft erheischt. Es kommt auf eine Wesenstat des Menschen an. Vollzieht er sie, spricht er mit seinem Wesen das Grundwort zu der erscheinenden Gestalt, dann strömt die wirkenden Kraft, das Werk entsteht.“

„Die Tat umfasst ein Wagnis: Das Grundwort kann nur mit dem ganzen Wesen gesprochen werden; wer sich drangibt, darf von sich nichts vorenthalten […] diene ich ihm nicht recht, so zerbricht es, oder es zerbricht mich.“

„Die Gestalt, die mir entgegentritt, kann ich nicht erfahren und nicht beschreiben; nur verwirklichen kann ich sie. Und doch schaue ich sie, im Glanz des Gegenüber strahlend, klarer als alle Klarheit der erfahrenen Welt. Nicht als ein Ding unter den ‚inneren‘ Dingen, nicht als ein Gebild der ‚Einbildung‘, sondern als das Gegenwärtige.“

„Und wirkliche Beziehung ist es, darin wie ich zu ihr stehe: Sie wirkt an mir wie ich an ihr.“

„Schaffen ist Schöpfen, Erfinden ist Finden. Gestaltung ist Entdeckung. Indem ich sie verwirkliche, decke ich sie auf. Ich führe die Gestalt hinüber – in die Welt des Es. Das geschaffene Werk ist ein Ding unter Dingen, als eine Summe von Eigenschaften erfahrbar und beschreibbar. Aber dem empfangend Schauenden kann es Mal um Mal lebendig gegenübertreten.“

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